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Der Porteño liebt seinen Plastikweihnachtsbaum, den er bereits Anfang November aufstellt. Der Gebrauch echter Nadelbäume ist höchst unüblich, deshalb werden diese auch nirgends verkauft. Als Förstersohn habe ich jedoch einen Ruf zu verteidigen und habe während einer längeren Odysee durch die dunklen Gassen von Buenos Aires ein echtes Bäumchen ergattern können. Somit kann ich hier den vielleicht einzigen Weihnachtsbaum im Großraum Benos Aires vorstellen, der nicht aus Plastik ist.
Der Urzustand, kurz vor dem Anlegen der Lichterkette.
Um sich nicht dem lokalen Geschmack an Baumschmuck auszuliefern, haben wir diesen selber gebastelt.
Frohe Weihnachten an alle von Katja und Martin!!!
13 000 Kilometer, zurückgelegt mit dem Auto (11500 Km), Bus (600 Km), Flugzeug (600 Km), Schiff, Fahrrad und nicht zuletzt zu Fuß. Viel Wegstrecke wurden auf unwegsamen Schotterpisten und Serpentinen zurückgelegt, die Anforderungen an Mensch und Material waren nicht ganz ohne.
Das hätte auch schief gehen können.
Ein Radunfall und ein Abflug ins Kiesbett an Tag 2, verbunden mit einem Reifenschaden forderten unsere Schutzengel heraus.
Hotel Fox.
Die Nächte verbrachten wir in 13 verschiedenen Hotels, Hostels und Pensionen. Meistens schliefen wir jedoch einfach in unserem Auto, ein VW Polo Fox. Klar, wir sind beide nicht ganz klein und der Polo ist nicht wirklich ein Raumwunder, aber so eine Rundreise fordert schließlich auch Einschränkungen, sonst könnte es ja auch Jeder machen.
Eingekehrt sind wir in unzähligen Restaurants und Tavernen, teilweise haben wir uns aber tagelang nur von Obst und Keksen ernährt.
Argentinien hat uns wieder bewiesen, dass es groß, schön und oft unwegsam ist. Bürokratische Hürden und unverständliche Hindernisse führten des Öfteren zu Krisen. Jedoch fällt es schwer den Einheimischen wirklich lange böse zu sein, ihre Hilfsbereitschaft und Offenheit ist einfach zu groß.
Und schlussendlich hat uns der Trip wieder mal gezeigt, dass Bescheidenheit eine sehr kleidsame Tugend ist. Vor der teilweise gigantischen Naturkulisse wird einem die eigene Winzigkeit bewusst. Da ist es dann auch nicht schlimm, wenn man fünf Tage das gleiche T-Shirt trägt, oder mal zwei Tage nichts zu essen bekommt. Dafür sind wir dankbar.
Überraschung nach dem Aufwachen, ein Hund hat sich zu uns gesellt.
Über die Landstraße machen wir uns auf die letzten 450 km.
Die Kathedrale von Luján, vor den Toren von Buenos Aires.
Der Obelisk signalisiert uns, dass wir wieder zuhause sind. Es ist Sommer in Buenos Aires.
Der Fox parkt wieder vor unserer Wohnung, exakt am gleichen Ort wie vor fünf Wochen. Der Kreis hat sich geschlossen.
Wobei dessen Umfang 11 443 km betrug.
Der Ort lädt ein länger zu verbleiben, wir müssen jedoch weiter.
Die Route geht über Alta Gracia, wo wir eigentlich das Ché Guevara-Museum besuchen wollen, dass jedoch während unseres Aufenthalts geschlossen ist, obwohl die Öffnungszeiten etwas anderes suggerieren. Der allgemeine Rat der Nachbarn: man soll einfach später noch einmal kommen.
Nein Danke, wir fahren weiter nach Córdoba. Hier waren wir bereits im Winter und haben nicht vor länger zu verweilen. ich möchte jedoch noch das städtische Stadion besuchen, das Estadio Olímpico de Córdoba, Ort der ‘Schmach von Córdoba‘ (deutsche Sichtweise), bzw. des ‘Wunders von Córdoba‘ (österreichische Sichtweise) im Jahre 1978. Katja geht es nicht so gut, innerlich flucht sie über den Typen neben ihr, der wegen eines leeren Fußballstadions drei Stunden lang durch den wuseligen Großstadtverkehr von Córdoba fährt.
Das Stadion wird momentan für die Copa Americana, die im nächsten Jahr in Argentinien stattfindet, umgebaut.
Über die blühende Pampa fahren wir gen Buenos Aires und schlagen im städtischen Park des Provinzstädtchens Rufiño unser letztes Nachtlager auf.