Nachdem ich die Bomboñera ja bereits von innen gesehen habe, konnte ich nun endlich mit Robin & Emilio (zwei River-Fans), das Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti des Boca-Erzfeindes River Plate besichtigen. Anlass war der Klassiker gegen den Racing Club aus Avellaneda. Endstand 1:1.
Beim Eintritt ins Stadion glaubt man eine Zeitreise zu tätigen, der Geist des (übrigens lebenden und als Sportreporter tätigen) Mario Kempes weht durch das zugige Rund. Hier fand das Endspiel der Fußball-WM 1978 statt. Die Laufbahn steuert ihr übriges dazu bei, ein veritables 70er und 80er Jahr -Gefühl aufkommen zu lassen. Vom Fassungsvermögen (66 449 Menschen, etwas weniger als die Münchner Allianz Arena) her ist es das größte Fußballstadion des Landes.
Was den modernenen deutschen Fußballfans vielleicht gar nicht mehr so bewußt ist, die Leichtathletik-Bahn zwischen Fußballfeld und Tribüne generiert eine gewisse Distanz zwischen Spielern und Zuschauern. Deshalb wird es von einheimischen als “kaltes Stadion” klassifiziert. Meiner Meinung nach könnte dies jedoch auch an den vier Aussparungen an den Ecken liegen, die sicherstellen, dass der Aufenthalt zu einem sehr zugigen Erlebnis wird. Der Sinn dieser Aussparungen hat sich mir übrigens nicht erschlossen, vielleicht handelt es sich hier nur um sehr große Dehnfugen. Zülle, hast Du hierzu eine professionelle Meinung?
Die Stimmung war jedoch trotzdem weltklasse. Hier drängt sich also kein Vergleich mit der Münchner Allianz-Arena auf.
Bier gab es wie immer nicht im Stadion. Das ist hier eben eine andere Kultur (Bild von Robin).
[...] sich ein weiterer Kreis. Mit dem Centenario, dem Maracanã, der Bonboñera, dem Chaco und dem Monumental haben wir nun die wichtigsten Fussballtempel Südamerikas [...]